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[wp-svg-icons icon="pencil-2" wrap="i"] Die Melodie unserer Zukunft

Posted on Mai 6, 2020

Die Melodie unserer Zukunft

Innehalten. Reset. Neugestalten.

Corona taugt zu so viel mehr als zum Krankwerden!

von Jutta Goldammer

Corona gibt es schon so viel länger als wir ahnten: Einem Eintrag von Johann Gottfried Walther im Musicalischen Lexicon von 1732 zufolge ist Corona, Coronata  ein musikalisches Zeichen, was ein “allgemeines Stillschweigen oder eine Pausam generalem bedeutet. (…) Man braucht es auch in den Canonibus, um den Ort zu bemerken, wo alle Stimmen innehalten können, wenn geschlossen werden soll.”

Wie wäre es, wenn wir diese Krise dazu nutzten, innezuhalten, bis alle Stimmen zur Ruhe gekommen sind? Bis das Lied, das wir bis dahin gespielt haben und das sich in Endlosschleifen des Größer, Schneller, Mehr desselben verfangen hat, verstummt?

Wie wäre es, wenn wir dann eine Weile lang der Stille lauschten, was für ein neues Lied uns aus der Zukunft entgegenkommt – in einer Haltung des neugierigen Entdeckens, des Noch-nicht-Wissens, des Anfängergeistes, der sich traut, alles in Frage zu stellen und alles für möglich zu halten?

Wie wäre es, wenn wir dann in einer gesellschaftlichen Gruppenimprovisation eine neue Melodie anstimmten, eine, die entspringt, weil wir aufeinander hören, auch leisen Tönen Raum geben und uns gemeinsam ins Neuland eines Liedes vorantasten, das alle Musiker:innen und Zuhörer:innen mit tiefer Freude erfüllt, das lebendig und erhebend ist? Ein Lied, bei dem wir stolz sein können, mitzuspielen und mitzusingen, Teil des Ensembles zu sein?

Wie würde sich dieses Lied anhören? Wovon würde der Refrain erzählen? Welche Welt würde sie zum Klingen bringen, welche Realitäten hervorzaubern? Wie würde sie sich von der jetzigen Melodie unterscheiden? Und: welches Instrument würdest du dabei spielen?

“Wir werden nicht wieder zu Normal zurückkehren.
Normal gab es nie.

Unsere Prä-Corona-Existenz war nicht normal,
es sei denn, wir normalisierten Gier, Ungleichheit,
Ausbeutung, Raubbau, Auslaugen, Trennung,
Verwirrung, Wut, Horten, Hass und Mangel.

Wir sollten uns nicht danach sehnen zurückkehren, meine Freunde.
Wir bekommen die Gelegenheit
ein neues Kleidungsstück nähen.
Eines, das der ganzen Menschheit und der Natur passt.“

 Sonya Renee Taylor
(Übersetzt aus dem Englischen, den Originaltext findest du im Englischen Teil des Posts)

Hilfreiche Ressourcen fürs Innehalten und die musikalische Gesellschaftsimprovisation:

1. Zur Ruhekommen

Du jonglierst zwischen Homeoffice, Homeschooling, Homekindergardening, Abwendung deines Unternehmenskonkurses und der Flut von Infos rund um Corona und fragst dich mit von Videokonferenzen rot geränderten Augen, wie um Himmels willen wir davon sprechen können, es sei eine Zeit des Zur-Ruhe-Kommens? Lass dir hier etwas unter die Arme greifen:

2. Deine Lebensmelodie gestalten

Wir haben hier ein Reflexions-Canvas für dich entworfen, mit dem du die bestehenden und neuen Melodien deines Lebens und der Welt um dich herum wahrnehmen und für dich herausfinden kannst, was aus dem Takt geraten ist und was in Zukunft in deinem Leben den Ton angeben soll. Lade hier kostenlos das Canvas und eine Schritt-für-Schritt-Anleitung runter, die dich mit hilfreichen Fragen durch diesen Entwurfsprozess führt.

3. Teil des gesellschaftlichen Improvisationsprozesses werden

Hier findest du Anregungen, wie du jenseits vom bewussten Gestalten deines Lebens Teil dieses gesellschaftlichen Improvisationsprozesses werden kannst und auch in der #stayhome-Zeit vom Wohnzimmer aus bei der Zukunftsgestaltung mitmischen kannst:

  • Unterstütze jemanden beim Entwerfen und Umsetzen eines Zukunftsprojektes oder hole dir Unterstützung. Ein Format, das dies erlaubt, sind z.B. unsere Online-Zukunftsschmieden. Mehr dazu findest du hier.

  • Hackathons und Open Innovation Challenges. Die gibt es zu den unterschiedlichsten Herausforderungen unserer Zeit wie zum Beispiel “Hack the Earth”. Wir haben kürzlich bei #wirvsvirus mitgemacht und fanden es ein sehr erhebendes  und mutmachendes Gemeinschaftserlebnis, Lösungen zu entwerfen während über 40.000 weitere Personen parallel Ideen erarbeiteten. Hier z.B. findest du aktuelle Hackathons im Überblick. Und hier eine Liste von Open Innovation Challenges

  • Ebenfalls bieten viele Organisationen Online-Mitwirkungsmöglichkeiten zur Zukunftsgestaltung an, wie zum Beispiel Extinction Rebellion, Fridays for Future, Change.org – sicher findest du eine Organisation, die sich mit den Themen beschäftigt, die dir am Herzen liegen.

  • Erneuere dein Denken und mach dich fit für ein Mindset, das bereit ist für gesellschaftliche Gruppenimprovisation, z.B. mit dem Buch “Kompass neues Denken” von Natalie Knapp. Hier online querlesen, hier bestellen.

4. Weitere inspirierende Beiträge, warum es wichtig ist, die Zukunft über die Corona-Krise hinaus langfristig zu gestalten und wie das aussehen könnte:

Artikel “Zweierlei Maß – Warum bei Corona der Ausnahmezustand herrscht, aber nicht beim Klima.” von dem Autor und Mitbegründer von Kontext TV Fabian Scheidler.

Artikel “Die Welt nach Corona”  und “Das neue Normal” von dem Trend- und Zukunftsforscher Matthias Horx

 

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